Verfahrensbeginn

Die IHK FOSA bestätigt innerhalb eines Monats den Eingang des Antrages und fordert ggf. fehlende Unterlagen nach.

Verfahrensablauf

Im Zuge des Gleichwertigkeitsfeststellungsverfahrens prüft die IHK FOSA, ob wesentliche Unterschiede zwischen der im Ausland erworbenen Berufsqualifikation und der deutschen Referenzqualifikation bestehen.

Hauptkriterien für den Vergleich sind Inhalt und Dauer der Ausbildung sowie die Frage, ob ggf. abweichende Kenntnisse und Fertigkeiten für die Ausübung des jeweiligen Berufes in Deutschland entscheidend sind. Eine vollständige Übereinstimmung mit dem deutschen Referenzberuf ist also nicht erforderlich.

Wenn wesentliche Unterschiede zwischen der ausländischen und deutschen Ausbildung bestehen, prüft die IHK FOSA, ob diese Unterschiede durch nachgewiesene Berufserfahrung oder weitere Befähigungsnachweise (z.B. Weiterbildungen) ausgeglichen werden.

Die IHK FOSA prüft die Gleichwertigkeit anhand der vorgelegten Unterlagen, sie kann sich aber auch anderer Methoden und Informationsquellen bedienen (z.B. Recherche im Herkunftsland). Wenn die Unterlagen für die Gleichwertigkeitsprüfung nicht ausreichen, können vom Antragsteller weitere Informationen verlangt werden (z.B. Ausbildungsordnungen oder andere Dokumente, die über Inhalt und Dauer der ausländischen Ausbildung Aufschluss geben könnten).

Verfahrensabschluss

Nach Abschluss des Gleichwertigkeitsfeststellungsverfahrens stellt die IHK FOSA einen offiziellen und rechtssicheren Bescheid aus. Insgesamt sind folgende Ergebnisse möglich:

  • Wenn keine wesentlichen Unterschiede zwischen der ausländischen Berufsqualifikation und der deutschen Referenzqualifikation festgestellt werden, wird die vollständige Gleichwertigkeit bescheinigt.
  • Bestehen wesentliche Unterschiede, aber auch vergleichbare Qualifikationsinhalte, dann bescheinigt die IHK FOSA eine teilweise Gleichwertigkeit. In dem Bescheid werden die vorhanden Qualifikationen positiv dargestellt sowie die wesentlichen Unterschiede zum deutschen Referenzberuf beschrieben. Dies ermöglicht dem Antragsteller eine gezielte Weiterbildung, um noch fehlende berufliche Kompetenzen auszugleichen.
  • Wenn keinerlei Gleichwertigkeit festgestellt werden konnte zwischen der ausländischen Berufsqualifikation und der deutschen Referenzqualifikation, dann wird der Antrag abgelehnt und es erfolgt keine Darstellung der positiven Qualifikation.

Kann der Sachverhalt nicht aufgeklärt werden, z.B. weil der Antragsteller seiner Mitwirkungspflicht nicht nachkommt, wird der Antrag abgelehnt. 

Von der teilweisen Gleichwertigkeit zur vollen Anerkennung

Nach einem Bescheid über teilweise Gleichwertigkeit kann durch gezielte Anpassungsqualifizierung (z.B. Praktika, Berufserfahrung, Weiterbildungen) das noch fehlende berufliche Know-how nachgeholt werden. Innerhalb von 5 Jahren ist es möglich, einen Folgeantrag zu stellen, mit dem eine volle Gleichwertigkeit erreicht werden kann. 

Wenn Sie eine teilweise Gleichwertigkeit erhalten haben, setzen Sie sich bitte mit der Anerkennungsberatung Ihrer örtlichen IHK oder einer anderen Anerkennungsberatungsstelle in Verbindung. Dort erhalten Sie Unterstützung, eine geeignete Nachqualifizierung zu finden. Gerne können Sie hierzu auch die IHK FOSA ansprechen.  

Verfahrensdauer

Gemäß § 6 Absatz 3 muss das Gleichwertigkeitsfeststellungsverfahren grundsätzlich innerhalb von 3 Monaten abgeschlossen werden. In schwierigen Fällen kann die Frist verlängert werden.
Der Fristlauf beginnt, sobald alle notwendigen Unterlagen vorliegen.