FAQ: Die häufigsten Fragen und Antworten

Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten, immer wieder auftauchenden Fragen zu den Bereichen  Antragsvoraussetzungen, Beratung, benötigte Unterlagen und deren Form, Gebühren, Verfahren und dem Bescheid.

Sollte eine benötigte Information hier nicht aufgeführt sein, wenden Sie sich bitte an den/die Anerkennungsberatende/n Ihrer örtlichen IHK (diesen finden Sie, wenn Sie auf der Startseite oder im Menüpunkt "Beratung" auf die Landkarte klicken und dann die Postleitzahl Ihres Wohnortes eingeben) oder eine andere Beratungsstelle.

Gerne können Sie sich auch von Montag bis Donnerstag zwischen 09:00 und 12:00 sowie 14:00 bis 17:00 und Freitags von 09:00 bis 14:00 unter 0911 - 81 506 0 an die Hotline der IHK FOSA wenden oder uns eine E-Mail mit Ihrem Anliegen an info(at)ihk-fosa.de senden.

Antragsvoraussetzungen

  • Woher erfahre ich, ob meine Ausbildung staatlich anerkannt ist?

    Wenn Sie sich unsicher sind, informieren Sie sich bitte in Ihrem Heimatland (beispielsweise bei der Schule, an der Sie die Ausbildung gemacht haben oder der zuständigen Behörde).

    Liegt keine staatliche Anerkennung vor, muss die IHK FOSA Ihren Antrag leider ablehnen. Dafür entstehen bereits Kosten, da die IHK FOSA zu diesem Zeitpunkt schon  Zeit in Ihren Antrag investiert hat (beispielsweise für die Erfassung und Archivierung der Unterlagen sowie für die Überprüfung der Unterlagen auf Vollständigkeit). Die Höhe der Gebühr richtet sich nach dem bereits entstandenen zeitlichen Aufwand.

  • Ich bin Spätaussiedler und habe bereits einen Antrag nach dem Bundesvertriebenengesetz (BVFG) gestellt und einen Bescheid erhalten. Kann ich nochmal einen Antrag stellen?

    Das kommt darauf an, ob die Sachlage eine veränderte Beurteilung bringen könnte. Wenn bereits eine Gleichwertigkeit des Abschlusses nach dem BVFG festgestellt wurde und eine Anerkennung erfolgt ist, besteht in der Regel kein Anspruch auf ein neues Verfahren nach dem BQFG. Die zuständige Stelle soll einen Antrag nach BQFG dann ablehnen (§ 6 Absatz 5 BQFG).

    Falls bereits ein Verfahren nach BVFG durchgeführt wurde, das zu einer Ablehnung führte, ist ein erneuter Antrag nach BQFG grundsätzlich möglich. Allerdings wird dieser Antrag in der Regel nur erfolgreich sein, wenn ein neuer Sachverhalt vorliegt, das heißt wenn beispielsweise eine Nachqualifizierung erfolgreich absolviert wurde.

  • Ich bin Spätaussiedler, gibt es hier andere Antragsvoraussetzungen?

    Nein, es gelten die gleichen Antragsvoraussetzungen für jeden Antragsteller und ebenso dieselben Kosten. Sie haben allerdings die Wahl, ihre Ausbildung entweder bei der IHK FOSA nach BQFG oder bei der örtlichen IHK nach Bundesvertriebenengesetz (BVFG) prüfen zu lassen.

  • Ich habe einen Berufsabschluss aus Frankreich/Österreich, der in den IHK-Bereich fällt. Bin ich bei der IHK FOSA richtig?

    Mit Österreich und Frankreich bestehen bilaterale Abkommen, die bestimmte Berufsabschlüsse mit entsprechenden deutschen Berufsabschlüssen gleichstellen. Informationen darüber, welche Berufe das betrifft, erhalten Sie unter http://www.ihk-fosa.de/fileadmin/ihk-fosa/Dateien/Gesetze_und_Offizielles/Gleichstellung_Frankreich.pdf (Frankreich) bzw. http://www.ihk-fosa.de/fileadmin/ihk-fosa/Dateien/Gesetze_und_Offizielles/Gleichstellung_Oesterreich.pdf (Österreich). Finden Sie Ihren Abschluss in diesen Listen wieder, müssen Sie nichts weiter tun, Ihr Beruf ist dann in Deutschland automatisch anerkannt.

    Ist Ihr Berufsabschluss auf keiner der beiden Listen verzeichnet, wurde der Berufsabschluss nicht durch das Abkommen anerkannt. In diesem Fall können Sie selbstverständlich einen Antrag auf Gleichwertigkeitsfeststellung bei der IHK FOSA stellen.

  • Kann ich zwei Ausbildungen in einem Verfahren prüfen lassen?

    Nein, jedes Verfahren bezieht sich auf einen deutschen Referenzberuf.

    Es ist auch im Regelfall nicht möglich, eine ausländische Ausbildung mit zwei deutschen Referenzberufen zu vergleichen.

    Sollten Sie im Ausland zwei Ausbildungen gemacht haben, können Sie zwei reguläre Anträge mit zwei unterschiedlichen Referenzberufen stellen.

    Alternativ können Sie einen Antrag stellen und sich für einen deutschen Referenzberuf entscheiden. Bitte geben Sie in diesem Fall an, welche ausländische Ausbildung wir vergleichen sollen; die weiteren ausländischen Ausbildungen gelten in diesem Fall als sonstiger Befähigungsnachweis und können ergänzend berücksichtigt werden.

Beratung

  • Wie finde ich heraus, welche Stelle für die Anerkennung meines Berufsabschlusses zuständig ist?

    Informationen zu zuständigen Stellen finden Sie im Anerkennungs-Finder unter http://anerkennung-in-deutschland.de .

  • Wo kann ich mich zu Referenzberufen beraten lassen?

    Die meisten Industrie- und Handelskammern bieten Beratung zum Verfahren der IHK FOSA an. Die Kontaktdaten finden Sie unter http://www.ihk-fosa.de/, wenn Sie auf die Deutschlandkarte klicken und dann Ihre Postleitzahl eingeben.

    Eine Übersicht über Berufe in Deutschland bietet http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/.

    Telefonisch oder per E-Mail bei der IHK FOSA, Tel. 0911 815060 (Montag-Donnerstag 09:00-12:00 und 14:00-17:00 Uhr; Freitag 09:00-14:00 Uhr).

  • Können Sie mir vor Antragstellung eine Einschätzung meiner Erfolgsaussichten auf eine volle Gleichwertigkeit geben?

    Nein, das ist zu so einem frühen Zeitpunkt leider nicht möglich: Wir beurteilen im Verfahren jeden Fall individuell. Dabei berücksichtigen wir so viele Unterlagen und Informationen wie wir erhalten und recherchieren häufig noch selbst zusätzliche Informationen.

Antragstellung: Benötigte Unterlagen und deren Form

  • Warum benötigen Sie auch eine beglaubigte Kopie des Originalzeugnisses?

    Dies ist im Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz (BQFG) festgelegt. Damit wird der IHK FOSA bestätigt, dass ein Original des Abschlusszeugnisses vorliegt, ohne, dass Sie dieses Original an die IHK FOSA senden. Bitte schicken Sie uns keine Originale, sondern beglaubigte Kopien.

  • Kann die IHK FOSA meine Unterlagen übersetzen?

    Nein, es ist Ihre Aufgabe, sich um eine offizielle Übersetzung zu kümmern. Grundsätzlich muss das Abschlusszeugnis IMMER übersetzt werden; bei weiteren Nachweisen wird im Einzelfall entschieden.

  • Kann ich Unterlagen auch im Ausland übersetzen lassen?

    Grundsätzlich ja. Es muss sich jedoch stets um einen öffentlich bestellten oder beeidigten Übersetzer handeln. Dies gilt auch für Übersetzungen, die in Deutschland angefertigt werden.

    Bitte beachten Sie, uns von den Übersetzungen der Abschlusszeugnisse immer eine beglaubigte Kopie zuzusenden. Übersetzer selbst dürfen keine Beglaubigungen ausstellen.

  • Wo finde ich einen beeidigten Übersetzer?

    Unter http://www.justiz-dolmetscher.de/

    Alternativ können Sie bei einem nahe gelegenen Gericht nachfragen.

  • Kann ich Unterlagen auch im Ausland beglaubigen lassen?

    Ja, wenn die Behörde dies darf. Im Zweifelsfall wird Sie die IHK FOSA möglicherweise bitten, die Kopien zusätzlich in Deutschland beglaubigen zu lassen. Bitte beachten Sie, dass Übersetzer keine Beglaubigungen ausstellen dürfen.

  • Wer darf in Deutschland Unterlagen beglaubigen?

    Beispielsweise (aber nicht ausschließlich):

    - Gemeindeverwaltungen (Rathäuser), Landkreise und deren Behörden

    - Sparkassen (keine anderen Banken!)

    - Gesetzliche Krankenversicherungen

    - Öffentlich-rechtlich organisierte Kirchen

Gebühren

  • Entstehen Gebühren, wenn ich den Antrag zurückziehe?

    Ja. Auch wenn Sie den Gebührenbescheid noch nicht erhalten haben, ist der IHK FOSA bereits Aufwand entstanden (beispielsweise für die Erfassung und Archivierung der Unterlagen sowie für die Prüfung der Unterlagen). Die Höhe der Gebühr orientiert sich an der bereits entstandenen Arbeitszeit.

     

  • Gibt es eine Möglichkeit, dass Kosten für das Verfahren übernommen werden?

    In Einzelfällen übernehmen die Jobcenter/Arbeitsagenturen die Kosten. Bitte erkundigen Sie sich VOR Antragstellung und lassen sich bestätigen, dass die Kosten übernommen werden.

     

Das Verfahren

  • Wie läuft das Verfahren ab?

    Sobald wir Ihre Unterlagen bekommen haben, beginnt die sogenannte Vorprüfung: Die IHK FOSA prüft, ob sie vollständig sind und ob sie in der benötigten Form vorliegen.

    Liegen alle Unterlagen vor, erhalten Sie eine offizielle Eingangsbestätigung mit Gebührenbescheid.

    Fehlen Unterlagen: Sie erhalten eine Nachforderung. Bitte beachten Sie, dass unvollständige Unterlagen das Verfahren zeitlich stark verzögern. Dies kann vermieden werden, indem Sie vorab sorgfältig Ihre Unterlagen zusammenstellen. Wenn Sie hierzu Fragen haben können Sie sich auf der Webseite der IHK FOSA unter http://www.ihk-fosa.de/fuer-antragsteller/verfahrensablauf/ oder telefonisch oder per Email bei der IHK FOSA, Tel. 0911 815060 (Montag-Donnerstag 09:00-12:00 und 14:00-17:00 Uhr; Freitag 09:00-14:00 Uhr) erkundigen.

    Sobald Sie die Gebühr bezahlt haben, beginnt der eigentliche Vergleich der Inhalte (die sogenannte Hauptprüfung).

    Am Ende der Hauptprüfung erhalten Sie den Bescheid.

    Bitte beachten Sie: Während des Verfahrens sind Sie zur Mitwirkung verpflichtet. Sollten Sie mit der IHK FOSA nicht kooperieren, können wir Ihren Antrag wegen fehlender Mitwirkung ablehnen. Die dafür anfallenden Gebühren müssen Sie in jedem Fall selbst tragen.

  • Wie lange dauert es, bis ich einen Bescheid erhalte?

    Seit Dezember 2012 gilt, dass die IHK FOSA ab Eingang der Gebühr 3 Monate Zeit hat, den Antrag zu bearbeiten. Diese Frist kann jedoch gestoppt werden, etwa wenn uns Unterlagen fehlen. Sobald die benötigten Unterlagen bei uns eingegangen sind, läuft die Frist wieder weiter.

Ergebnis des Verfahrens - der Bescheid

  • Was mache ich, wenn mein Berufsabschluss nicht als gleichwertig angesehen wird?

    Sie erhalten dann eine teilweise Gleichwertigkeit. In dem Bescheid werden die vorhanden Qualifikationen positiv dargestellt sowie die wesentlichen Unterschiede zum deutschen Referenzberuf beschrieben. Dies ermöglicht Ihnen eine gezielte Weiterbildung, um die wesentlichen Unterschiede auszugleichen und gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt erneut einen Antrag zu stellen.

    Sie, bzw. (potentielle) Arbeitgeber sehen genau, welche wesentlichen Unterschiede zwischen Ihrer Ausbildung und dem deutschen Referenzberuf bestehen. Diese Unterschiede spielen für den Arbeitgeber u.U. aber gar keine Rolle. Für viele Tätigkeiten werden nämlich nicht alle während der Ausbildung vermittelten Kenntnisse benötigt.