10.000 Antrag auf Gleichwertigkeitsfeststellung bei der IHK FOSA

14.09.2015
Die demographische Entwicklung in Deutschland ist verbunden mit der Rekrutierung von Fachkräften, die ihre Berufsabschlüsse im Ausland erworbenen haben. Die IHK FOSA, das bundesweite Kompetenzzentrum deutscher Industrie- und Handelskammern, bewertet seit April 2012 diese Abschlüsse und erkennt sie an. Zum Stichtag 31.08.2015 ist bei der IHK FOSA der 10.000 Antrag auf Gleichwertigkeitsfest-stellung eingegangen.

Der Antragstellende Nikolay Boger stammt aus der zum Kammerbezirk der IHK Stade für den Elbe-Weser-Raum zählenden Gemeinde Selsingen und hat seine Ausbildung in der Russischen Föderation absolviert. Die IHK FOSA vergleicht die erworbenen Berufsqualifikationen mit einem entsprechenden deutschen Beruf aus dem IHK Bereich – in diesem Fall mit dem Beruf der Fachkraft für Metalltechnik, Fachrichtung Konstruktionstechnik.

„Ein Kollege von mir hat bereits einen Gleichwertigkeitsbescheid. Er hat mich ermutigt, meinen russischen Berufsabschluss ebenfalls anerkennen zu lassen. Ich möchte zeigen, dass ich etwas gelernt habe und qualifiziert bin. Damit soll sich meine berufliche Situation zukünftig weiter verbessern“, so der 34-jährige Nikolay Boger über sein Motiv, den Antrag auf Gleichwertigkeitsfeststellung bei der IHK FOSA zu stellen. 

Die Bilanz von IHK FOSA Geschäftsführerin Heike Klembt-Kriegel zum Anerkennungsgesetz nach etwas über drei Jahren fällt durchwegs positiv aus: „Die Anerkennung erschließt das lange brach liegende Potenzial von qualifizierten Arbeitskräften aus anderen Ländern. Das Gesetz hat sich zur wichtigen Säule für die Fachkräftesicherung entwickelt und ist ein wirksamer Türöffner in den deutschen Arbeitsmarkt.“

Der Gleichwertigkeitsbescheid wird auf dem Arbeitsmarkt immer stärker als wichtiges Testat beruflicher Kompetenz angenommen. Dr. Georg Friberg, CEO der Firma Lisega, bei der der Antragstellende beschäftigt ist, begrüßt das Engagement seines Mitarbeiters und die Tätigkeit der IHK FOSA: „Wir brauchen qualifizierte Mitarbeiter. Die Gleichwertigkeitsfeststellung erleichtert es uns nicht nur, die Qualifikation von Bewerbern zu beurteilen. Sie erschließt uns auch neue Quellen zur Rekrutierung von Mitarbeitern.“

Rund 2/3 der in die Zuständigkeit der IHK FOSA fallenden Verfahren wurden bislang mit einer vollen Gleichwertigkeit verbeschieden. Die Antragstellenden absolvierten ihre Ausbildungen insbesondere in Polen, Russland, der Türkei und Rumänien. Die wichtigsten Berufsgruppen sind bisher die kaufmännischen Berufe vor den Metall- und Elektroberufen.