Anerkennungsgesetz tritt in Kraft

01.04.2012
Seit heute ist das "Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen" in Kraft. Es macht die Strukturen und Verfahren zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse in Deutschland einheitlicher, effizienter und transparenter.

Das sogenannte Anerkennungsgesetz stellt in vielerlei Hinsicht einen deutlichen Fortschritt zu den bisherigen Regelungen dar.

Erstmalig können nun alle Personen mit einem staatlich anerkannten ausländischen Berufsabschluss individuell prüfen lassen, inwieweit ihre Qualifikation einer vergleichbaren deutschen Referenzqualifikation entspricht. Ein solcher Rechtsanspruch auf Überprüfung des ausländischen Berufsabschlusses war bisher nur bestimmten Bevölkerungsgruppen vorbehalten, z.B. Spätaussiedlern oder ehemaligen DDR-Bürgern.

Eine weitere zentrale Neuerung des Anerkennungsgesetzes ist die Etablierung einheitlicher Kriterien und Verfahren. Entscheidend für die Gleichwertigkeitsprüfung sind künftig bei allen Berufen nur noch "wesentliche Unterschiede", außerdem wird einschlägige Berufserfahrung stärker berücksichtigt. Eine einmal festgestellte Gleichwertigkeit gilt für ganz Deutschland.

Das Gesetz schreibt vor, dass die zuständige Stelle nach Erhalt aller erforderlichen Unterlagen innerhalb von 3 Monaten über die Anerkennung entscheidet. Der Antragsteller bekommt also zeitnah einen offiziellen und rechtssicheren Bescheid und kann sich damit auf dem Arbeitsmarkt bewerben. Die für die Umsetzung zuständigen Stellen erhalten jedoch noch eine kurze Übergangsfrist zum Aufbau der Verfahren, die Dreimonatsfrist gilt daher erst ab 1.12.2012 und kann in schwierigen Fällen einmalig verlängert werden.

Das Anerkennungsgesetz ist ein klares Bekenntnis zur deutschen Willkommenskultur und ein wichtiger Beitrag im Kampf gegen den Fachkräftemangel.

Für die Umsetzung des Gesetzes im Bereich der Industrie- und Handelskammern haben sich 77 der 80 deutschen IHKs auf die Gründung einer zentralen Antragstelle geeinigt: Die IHK FOSA (Foreign Skills Approval) mit Sitz in Nürnberg. Sie wird künftig für diese 77 IHKs alle Anträge auf Anerkennung entgegen nehmen, die Prüfungsverfahren durchführen und die offiziellen Bescheide ausstellen.